Texte


SOFAKISSEN

Gesetzt wird heute auf Eigenes

Weil wir besser lügen

Die Helden tragen rot, weiß, grün

Und Gefahr wird zum Vergnügen

Kurz bevor du untergegangen bist

Hast du noch etwas gesagt

Es wird noch mal (nach-) synchronisiert

Denn danach war nicht gefragt

Wie fühlen sie sich im Angesicht ihres Todes ?

Wir bekommen, was wir sollen

Dumme, kleine Dramen

15 (Mini-) Sekunden Ruhm

Einen Abspann ohne Namen

Im Fernsehen ist alles ausdiskutiert

Was es an Themen gibt

Ein Gefühl der Leere, das sich nicht mehr füllt

Weil Nahrung rar geworden ist

Das Blitzlicht der Meldungen hat dich erschlagen

Doch Trauer gibt es nicht

Weil Gefühle zwar ausgeschlachtet

Aber durch Werbung unterbrochen sind

Und da ist alles sauber

Oder wird sauber

Oder sogar rein

Und da ist alles kurz

Viel zu kurz

Niemals wahr, immer Schein

In der Nacht tanzen die Schlafenden

Zum Rhythmus auf Kanal IV

Für Stunden schweigt nun die Jugend

Weil es nichts zu sagen gibt

Die Wahl ihrer Drogen liest man nach

Auf einer tafel im Teletext

Und wenn man am Morgen erwacht

Ist der Trend schon vorbei

Weil alles Wiederholung ist

Wie fühlen sie sich im Angesicht ihres Todes

Das Leben ist eine Zeile

Slogan auf einem Shirt

Passwort zu einer Welt

Zu der keiner mehr gehört

Ein Abspann ohne Namen.

(Sofakissen, "Schweinegott", 1998)

HC/HC

Disse dies und disse das

Komm nur her - ich sag dir was

Du bist so schön und radikal

Halt dich raus - verlaß den Saal

HC/HC hasse was

Disse dies und disse das

Am Ende bist du überlebt

Weil HC dann nach Hause geht

Alles viel zu oft gehört

Totgeredet und aufgeführt

Die Überzeugten nochmals überzeugt

Weil UNITY so sehr erfreut

(HC/HC, "Schweinegott", 1998)

Herz - 2 - Schlag

Hier sind wir wieder - am gleichen Ort

Auf zehn Meter Abstand - und ohne ein Wort

Doch immer wenn ich dich anschau

Brennt diese Sehnsucht

Und immer wenn ich an dich denke

Fühl ich mich... tot

Nicht nochmal fall ich auf dich rein

Nein, nein - so dumm kann ich nicht sein

Doch wenn ich länger warte zerspringt mein Herz

Ich seh dich stehen - dort an der Wand

Ich kann nicht verstehen

Oh, gib mir deine Hand

ODER IST LIEBE VIELLEICHT WAHNSINN ?

ODER IST LIEBE NUR EIN SCHMERZ ?

Vielleicht weiß ich es, wenn ich tot bin

Heraus mit meinem Herz

Ach, so sinnlos es auch ist

Ich werde nicht stehenbleiben

Ich werde auf dich zugehen und zu dir sagen

Komm laß uns gehen

Hand in Hand

Wir sind noch immer - am gleichen Ort

Auf gleichem Abstand - und ohne ein Wort

SAG ! IST LIEBE NUR EIN WAHNSINN ?

ODER IST LIEBE NUR EIN SCHMERZ ?

ICH HOFFE, ICH WEIß ES, WENN ICH TOT BIN

HERAUS MIT MEINEM HERZ !

(Herz-2-Schlag, "Licht!" 1989)



H E X E N J A G D

Der weiße Hut ist schwarz

Das Ende vom Mysterium

Die weiße Wut ist rot

Das Ende einer Generation

Dienen durftest du schon

Doch nur sagen: Das weiß ich nicht

Und wenn es nicht anders geht

Werden wir dir dein Wissen geben...

Warum suchtest du den Sonnenschein ?

Ich sag dir

Du wirst Feuer ernten

Ja, wir hören dich an

Nichts ist deine Verteidigung

Denn in unseren Schriften steht

Das Ende der Erinnerung

Es ist ein Narrenspiel, dem jeder erliegt

Es ist ein Narrenspiel um jeden Sonnenstrahl

In dem nur einer siegt, und das sind WIR

Warum suchtest du den Sonnenstrahl ?

Wir werden die Jagd eröffnen...

Erbarmungslos.

WAS ? Du leugnest Gott ?

Den Herrn dieser Welt

Was steckt nur in dir für ein Wahn

Heraus mit ihm

Nichts wie weg mit ihm !

Wir eröffnen die Hexenjagd

Dein Ende ist so nah

Du hattest nie Vergangenheit

Wir streichen Namen einfach aus

Mit Blut

Mit deinem Blut

Es ist zu wahr

Es macht viel Spaß

Wir schauen hin

Wenn wir die Schreie hören

Tag um Tag

Die Schreie hören

Wer sind sie, die wir da schreien hören ?

Wir eröffnen die Hexenjagd...

(Hexenjagd, "Licht!" 1989)


KAMAKI

Manchmal hält meine Gedanken gefangen

und mein Körper - ausgedehnt

nach und nach findet er sich wieder

schrumpft zusammen - irgendwo

und mein Kopf fängt wieder an zu suchen

überall

Wieder gefangen sein

Vielleicht hält meinen Körper zusammen

und meine Gedanken - ausgedehnt

nach und nach finden sie sich wieder

werden kleiner - irgendwo

doch dann sind sie wieder verschwunden

Oh, es könnte anders sein

jeder Gedanke führt zum Anfang zurück

aber warum sollte alles anders sein

warum denn ?

Diese Welt gehört nicht uns

Moleküle willenlos

nur ein kleiner Teil, und der stirbt langsam

jeden Tag ein Stück Tod

und wir mittendrin

Immer kommt er wieder

dieser Wunsch nach Harmonie

doch bricht zusammen, wie alles

das man denkt, das man fühlt

ich such einen anderen Weg

Aber es gibt gar keinen Weg

denn es gibt keinen Weg, der zum Ziel führt

ja, es gibt gar kein Ziel

zu dem ein Weg führt

der erreichbar wäre

Dieses Lied ist voller Hoffnung

Dieses Lied ist voller Schmerz

Jeden Tag ein neuer Kampf

Den man irgendwann gewinnt

Versunken in diesen Gedanken

Gelähmt und doch befreit

Ertrunken in diesen Gedanken

Und kein Ende mehr.

(Kamaki, "Grüner Apfel" 1995)